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Interkulturelle Öffnung:
Anspruch, Wirklichkeit, Vision

 

Thematik

Das Projekt ikö-Bremen ist ein zentraler Baustein des Personalentwicklungskonzepts der bremischen Verwaltung zur interkulturellen Öffnung. Was verbirgt sich hinter dem Begriff Interkulturelle Öffnung? Welche Erwartungen, aber auch: welche Schwierigkeiten sind in der Praxis damit verbunden? Um diese Fragen wird es auf der ikö-Tagung gehen.

Mit der Unterzeichnung der Charta der Vielfalt hat sich die Freie Hansestadt Bremen verpflichtet, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, “…das frei von Vorurteilen ist. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen Wertschätzung erfahren - unabhängig von Geschlecht, Rasse, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Identität. Die Anerkennung und Förderung dieser vielfältigen Potentiale schafft wirtschaftliche Vorteile für unser Unternehmen …“ Insbesondere das Kennen lernen und Verstehen unbekannter Kulturen wird zu einem immer wichtigeren Teil für ein gutes und gedeihliches Zusammenleben und –arbeiten. Integration als beidseitiger Prozess und die Wertschätzung der Fähigkeiten der Migrantinnen und Migranten sowie ihre Beiträge für das Gemeinwesen erfordern eine neue gesellschaftliche Entwicklung und ein neues, differenziertes und offenes Selbstverständnis der Bürgerinnen und Bürger und ihrer demokratischen Institutionen.

Mit Blick auf die öffentliche Verwaltung zielt Interkulturelle Öffnung im wesentlichen auf zwei herausragende Aktionsfelder: Im Rahmen der Personalentwicklung auf die interkulturelle Fortbildung der Beschäftigten; interkulturelle Kompetenz gilt in unserer „pluralistischen Gesellschaft“ mittlerweile als „grundlegende Kulturtechnik“ (Bremischer Integrationsplan). Und sie zielt auf Organisationsentwicklung und Einstellungspraxis: So soll vor allem der Anteil der Verwaltungsmitarbeiter und –auszubildenden „mit Migrationshintergrund“ erhöht werden. Die beiden zentralen Handlungsfelder für interkulturelle Öffnungsprozesse stehen im Mittelpunkt der ikö-Tagung.

Der Umgang mit „kultureller Vielfalt“ ist für viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung, besonders für solche „mit Kundenkontakt“, zwar längst (gelebter Berufs-) Alltag. Aber der Kontakt „funktioniert“ nicht immer, ist auch „störanfällig“. Astrid Porila und Jan ten Thije analysieren in ihrem Beitrag die Behördenkommunikation unter interkulturellen Vorzeichen, charakterisieren idealtypische Kommunikationsverläufe auf Ämtern und benennen die Konsequenzen für das Behördenhandeln - aus linguistischer Perspektive, auf dem Hintergrund empirischer Untersuchungen, mit Blick vor allem auf die personalen Kompetenzen der Beschäftigten.

Zuweilen undurchsichtig bis diffus sind die vielerorts praktizierten Strategien und Handlungsansätze zur Interkulturellen Öffnung der Institutionen, hier: von Ämtern und Behörden. Sedat Cakir wird Beispiele aus der Organisationsentwicklung vorstellen und zeigen, wie die Interkulturelle Öffnung als „change management Prozess“ in der Praxis umgesetzt wird bzw. umgesetzt werden kann – und welche Hindernisse und Fallstricke lauern.

Konkrete Umsetzungsfragen von Interkultureller Öffnung können dann am Nachmittag – mit tatkräftige Unterstützung von ExpertInnen aus der Praxis - in Foren und Diskussionsrunden vertieft werden; bitte teilen Sie uns bei Ihrer Anmeldung mit, an welchem Forum Sie teilnehmen möchten.

Zugespitzt: Wir freuen uns, dass Schauspieler und Musiker des Tagungs- und Improvisationstheater „Inflagranti“ am Ende wichtige Erkenntnisse der Tagung und aus den Diskussionen auf ihre Art auf den Punkt bringen werden: zugespitzt, von Worthülsen befreit und hoffentlich - zumindest optisch und akustisch – mit nachhaltiger Wirkung.


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